Radikalisierung? Ein Interpretationsmodell jugendlichen Alkoholkonsums von 1986 bis 1998 in der Schweiz Academic Article uri icon

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  • Fragestellung: Gesundheitssurveys stellen unabdingbare Informationsquellen für Präventionsmaßnahmen dar. Aufgrund der Fülle an Informationen in solchen Umfragen ist es oftmals jedoch schwer, übergreifende und handlungsleitende Tendenzen zu entnehmen. Ausgehend von Annahmen zu abnehmenden Geschlechterdifferenzen und einem veränderten Einstiegsalter in Bezug auf regelmäßigen Alkoholkonsum versucht die vorliegende Studie ein Interpretationsmodell zu entwickeln. </P><P> Methodik: Die Daten stammen aus dem schweizerischen Teil des internationalen Projekts »Health Behaviour in School-Aged Children (HBSC)«, in welchem 17.142 Schulkinder im Alter von 11, 13 und 15 Jahren von 1986 bis 1998 alle vier Jahre in der Schweiz national repräsentativ befragt wurden. </P><P> Ergebnisse: Es zeigt sich, dass der Anteil regelmäßig Alkoholkonsumierender unter Jüngeren leicht abgenommen hat, während er bei 15-Jährigen stark gestiegen ist. Analog hat sich der Anteil wiederholt betrunken Gewesener unter älteren Schulkindern drastisch erhöht. </P><P> Schlussfolgerungen: Aufgrund der Ergebnisse lässt sich von einer Radikalisierung jugendlichen Alkoholkonsums sprechen, deren präventive Implikationen abschließend erörtert werden.

publication date

  • January 2001

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